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Neuigkeiten

Sichtbetonklassen

28. August 2013

Anforderungen einheitlich machen

Der Begriff „Sichtbeton“ beschreibt, dass eine Betonfläche im Endzustand sichtbar bleibt und nicht durch andere Baustoffe, wie z. B. Naturstein oder Putz, verdeckt wird. Er sagt aber nichts über die Beschaffenheit der Fläche aus. Dies hat in der Vergangenheit immer wieder zu Missverständnissen zwischen Bauherren, Planern und ausführenden Unternehmen geführt. Mithilfe der genau definierten Sichtbetonklassen SB 1 (Beton mit dem niedrigsten ästhetischen Anspruch) bis SB 4 (Beton mit dem höchsten ästhetischen Anspruch) soll die Kommunikation zwischen allen Beteiligten erleichtert werden. Zudem sind den einzelnen Sichtbetonklassen Kriterien zugeordnet, mit denen der Beton objektiv beurteilt werden kann.

Merkblatt Sichtbeton

Das „Merkblatt Sichtbeton“ (z. B. hier erhältlich) fasst die einzelnen Qualitätsmerkmale übersichtlich zusammen. Zum Beispiel beschreibt es, welche Farbabweichungen oder Unebenheiten der Beton einer bestimmten Sichtbetonklasse aufweisen darf. Es geht auf den maximal zulässigen Versatz der Schalelementstöße ein und gibt an, wie viele Poren pro Quadratmillimeter zulässig sind. Wichtig dabei ist, dass der Beton immer als Gesamtfläche und unter normalen Gegebenheiten beurteilt wird (das heißt zum Beispiel, dass der Betrachter einen normalen Abstand zur Wand einhält).

Architekturbeton

Mit den Anforderungen an Schalung, Farbtongleichmäßigkeit, Porigkeit usw. steigt auch der Quadratmeterpreis des Betons. Dennoch befinden sich Architekten und Planer auf der sicheren Seite, wenn sie für Sichtbetonflächen mit hohem ästhetischem Anspruch mindestens die Sichtbetonklasse 3 ausschreiben. Diese empfiehlt auch, eine Musterfläche zu erstellen, die allen Beteiligten als Referenz dient. Eine hervorragende Alternative zum Ortbeton sind Betonfertigteile. Im Fertigteilwerk sind normalerweise bessere Arbeitsbedingungen gegeben (z. B. keine Witterungseinflüsse, ebene Arbeitsflächen) was sich positiv auf die Betonoberfläche auswirkt. Infolgedessen schreibt die Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau e. V. in ihrem Merkblatt Nr. 1, dass „die Einteilung in Sichtbetonklassen … bei der Verwendung von Fertigteilen i. d. R. nicht erforderlich“ ist.